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Hinweis

Die Ortsfeuerwehr Wiefelstede 

Nach dem Gesetz für das Herzogtum Oldenburg vom 08.08.1876 mit seinem feuerpolizeilichen Vorschriften waren die Gemeinden verpflichtet, für die Anschaffung und Unterhaltung der erforderlichen Lösch- und Rettungsgerätschaften zu sorgen. Jeder gesunde männliche Bewohner der Gemeinde im Alter vom vollendeten 16. bis zum 60. vollendeten Lebensjahr war zur Leistung der Nothilfe in Brandfällen verplichtet. Zur Bedienung einer Feuerspritze wurden ein Spritzenmeister, ein Stellvertreter, ein Rohrführer nebst Stellvertreter sowie die erforderliche Spritzenmannschaft, deren  Zahl der Gemeinderat bestimmte, bestellt. Spritzenmeister, Rohrführer und Stellvertreter wurden vom Gemeinderat auf 4 Jahre, die Löschmannschaft auf 2 Jahre gewählt.

In der Sitzung des Gemeinderates vom 15.11.1876 der damalige Gemeindevorsteher Tapken das Gesetz vom 08.08.1876 mit seinen feuerpolizeilichen Vorschriften dem Gemeinderat zur Kenntnisnahme. Der Gemeinderat beschloss daraufhin, das Großherzogliche Verwaltungsamt zu bitten, dass die Gemeinde mit der Anschaffung einer Feuerspritze noch ein Jahr verschont werde.

In seiner Sitzung vom 29.11.1876 befasste sich der Gemeinderat nochmals mit der Anschaffung einer Feuerspritze und der Aufbringung der entsprechenden Geldbeträge. Die Anschaffung einer Feuerspritze wurde einhellig für notwendig betrachtet, jedoch solle zunächst die Spritze nur für den Ort Wiefelstede aufgrund der Weiträumigkeit der Gemeinde Wiefelstede unter Einbeziehung von freiwilligen Beiträgen beschafft werden. Die Kirchengemeinde solle wegen ihrer vielen Gebäude ebenfalls dazu bewegt werden, einen freiwilligen Beitrag zu leisten. Danach sollte das Großherzogliche Staatsministerium, Department des Innern, gebeten werden, der Gemeinde eine Beihilfe zur Anschaffung einer Feuerspritze nebst Zubehör zu bewilligen.

In der Sitzung des Gemeinderates vom 06.08.1877 wurde die Anschaffung einer Feuerspritze endgültig beschlossen und der Gemeindevorsteher Tapken und Gastwirt Johann Kuck, beide aus Wiefelstede, angewiesen, eine solche nach ihrem Ermessen anzukaufen; der Gemeindevorsteher könne den Betrag aus der Gemeindekasse auszahlen. Die Feuerspritze wurde dann von dem Fabrikanten Meyer aus Oldenburg Ende des Jahres 1877 gekauft.

In der Sitzung des Gemeinderates vom 26. 11 1877 befasste sich der Gemeinderat mit der Wahl des Spritzenmeisters, seines Stellvertreters, des Rohrführers, seines Stellvertreters und der Spritzenmannschaft. Folgende Auswahl wurde getroffen:

Spritzenmeister  Schmiedemeister  Heinrich Speckmann  aus Wiefelstede 
Stellvertreter  Zimmermeister  Friedrich Brumund  aus Wiefelstede 
Rohrführer  Maurermeister  Gerhard Düser  aus Wiefelstede 
Stellvertreter  Haussohn Tischler  Georg Diers  aus Wiefelstede 


Die Zahl der Spritzenmannschaft wurde auf 12 festgesetzt.

1  Köter  Hinrich Hinrichs  Wiefelstede 
2  Haussohn  Hinrich Krüger  Wiefelstede 
3  Kirchenbote  Gerd Völkers  Wiefelstede 
4  Bäckermeister  Hinrich Eilers  Wiefelstede 
5  Haussohn  Hinrich Tapken  Wiefelstede 
6  Haussohn  Johann Siemen  Wiefelstede 
7  Brinksitzer  Johann Kuck  Wiefelstede 
8  Heuermann  Eilert Kuck  Wiefelstede 
9  Schneidermeister  Hinrich Müller  Wiefelstede 
10  Hausmann  Gerd Küpker  Wiefelstede 
11  Köter  Johann Küpker  Wiefelstede 
12  Schumachermeister  Gerd Kuck  Wiefelstede 


 In seiner Sitzung am 23.10.1878 befasste sich der Gemeinderat mit dem Bau eines Spritzenhauses. Vom Großherzoglichen Verwaltungsamt Oldenburg wurde am 21.11.1878 der Gemeinde das Areal hinter Kuck`s Garten, Parzelle 186, zum Bau eines Spritzenhauses überlassen. Wann mit dem Bau eines Spritzenhauses begonnen und wann er vollendet ist, geht aus den Unterlagen nicht mehr hervor.

Im Jahr 1921 beschloss die Gemeindevertretung einstimmig, eine Motorspritze für ca. 90.000,00 Mark von der Firma Magirus, Feuerwehrgerätschaft, Berlin W. 10, anzukaufen. Diese Spritze ist wahrscheinlich im Frühjahr 1921 geliefert worden.

In der Sitzung des Gemeinderates vom 12.04.1922 wurde die Spritzenmannschaft bezüglich dieser Motorspritze gewählt. Spritzenmeister wurde Johann Hienen, Wiefelstede, als dessen Stellvertreter Schmiedemeister Johann Eilers, Wiefelstede, sowie als Mannschaft folgende Personen gewählt,

für die Bedienung der Motorspritze:

Fritz Suhr  aus Wiefelstede  Fritz Hansen  aus Wiefelstede 
Johann Eiting  aus Wiefelstede  Fridrich Kuck  aus Wiefelstede 


als Rohrführer:

Gerhard Düser  aus Wiefelstede  Theodor Ripken  aus Wiefelstede 
Heinrich Riemer  aus Wiefelstede  Fridrich Buschmann  aus Wiefelstede 


als Schlauchmannschaft:

Hinrich Ripken  aus Wiefelstede 
Schlachtermeister Scholjegerdes  aus Wiefelstede 
Heinrich Cordes  aus Wiefelstede 
Heinrich Bruns  aus Wiefelstede 
Haussohn Johann Kuck  aus Kleiberg 
Haussohn Gerd Thien  (Friedrich Sohn) 
Schumacher Gerdes  aus Wiefelstede 
Bäcker Bremer  aus Wiefelstede 
Gerhard Küpker  aus Kleiberg 
Schneider Eilers  aus Wiefelstede 
Gerd Thien  (Eilert Thien Sohn) 


In der gleichen Sitzung wurde beschlossen, einen Turm zum Trocknen des Schlauchmaterials zu errichten. Am 21.07.1922 erfolgte die Umstellung von der Pflichtfeuerwehr auf Grundlage der Freiwilligen Feuerwehr. Die Bedienungsmannschaften für die Spritze waren dieselben wie die in der Gemeinderatsitzung vom 12. 04. 1922  gewählten. In der gleichen Sitzung beschloss der Gemeinderat, zur Uniformierung der Freiwilligen Feuerwehr einen Betrag in Höhe von 35.000,00 Mark zur Verfügung zu stellen.

Die Freiwillige Feuerwehr Wiefelstede wurde am 21. Juli 1922 in Tapkens Gasthof gegründet. Zur Mitarbeit erklärten sich 56 Einwohner bereit. Erster Ortsbrandmeister war Johann Eilers. Ausgerüstet wurde die Einheit mit einer pferdegezogenen Motorspritze.

Im Jahre 1926 bekam die Einheit ihr erstes Motorfahrzeug. Dieses mußte von den Kameraden jedoch erst zu einem offenen Löschfahrzeug hergerichtet werden. Das erste genormte Löschfahrzeug LF 8 TS erhielt die Einheit im Jahr 1942. In dieser Zeit mußten die Kameraden zu oft tagelangen Einsätzen nach Bremen und Wilhelmshaven ausrücken.

Fahrzeug 1926:




Fahrzeug 1936:






Bei Ausbruch des Krieges 1939/1945 war die Feuerwehr Wiefelstede vollständig motorisiert. Bei den zunehmenden schweren Luftangriffen auf den Nordwestraum unseres Vaterlandes wurde auch sie zu den Rettungs- und Feuerbekämpfungseinsätzen herangezogen, u. a. in Wilhelmshaven, Sande, Bremen und Delmenhorst.

Bei Kriegsende konnte, obwohl die Ortschaft Wiefelstede und die angrenzenden Bauernschaften sehr in Mitleidenschaft gezogen waren, ein Einsatz der Feuerwehr nicht erfolgen, da die Feuerwehrkameraden mit ihren Familien zum Teil geflohen waren und nach der Kapitulation von den Feindmächten das Betreten der Straße verboten war.

Zu dieser Zeit stand auch das Haus des Bäckers Ripken in Wiefelstede in hellen Flammen; der damalige Gemeindebrandmeister Riemer konnte nur unter schwierigen Verhandlungen mit dem Kommandanten erreichen, dass überhaupt gelöscht werden durfte.

Die in Wiefelstede stationierte Spritze wurde in der Besatzungszeit der Gemeinde vollständig abmontiert. Die Instandsetzung der Spritze konnte nur allmählich wieder erfolgen. Leider sind die Aufzeichnungen über den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr aus der Zeit vor 1948 verloren gegangen.

Nach vorübergehender Unterstellung des Löschfahrzeuges im Stall des Gastwirts Gustav Rabe wurde im Jahr 1950 das neue Feuerwehrhaus mit Schlauchturm und Dienstwohnung in Benutzung genommen. Entsprechend der Bedeutung der Einheit Wiefelstede als Stützpunktfeuerwehr wurde das Feuerwehrhaus im Jahre 1980 großzügig erweitert und auch mit einem Schulungsraum ausgestattet. Im Jahre 1995 genügten die Räumlichkeiten den Standards nicht mehr, da inzwischen mehr und mehr Frauen nach einer aktiven Mitgliedschaft fragten und die Feuerwehrunfallkasse Oldenburg (durch Fusion nunmehr FUK Hannover) auch bauliche Mängel bzw. Mängel in der Unfallsicherheit sah. Im Jahre 2001 konnten die Mittel für ein neues - den heutigen Verhältnissen angepasstes - Feuerwehrhaus bereit gestellt und errichtet werden.

Die Einheit Wiefelstede verfügt heute über ein Tanklöschfahrzeug (TLF 20/25), ein Löschgruppenfahrzeug (LF 8/6), ein Rüstwagen (RW), ein Einsatzleitwagen (ELW) sowie über alle sonstigen technische Geräte zur Brand - und Katastrophenbekämpfung und zur Menschenrettung. 

Wie ein roter Faden ziehen sich die Belange der Feuerwehr durch die Protokolle des Gemeinderates Wiefelstede. Vom Jahre 1876 bis heute ist stets die Gemeindevertretung bemüht gewesen, den Forderungen der Feuerwehr gerecht zu werden. Diese Bemühungen sind aber auch von den Männern der Freiwilligen Feuerwehr Wiefelstede gedankt worden. Nicht nur, dass sie au  freiwilliger Grundlage stets zum Einsatz bereit waren, nein, darüber hinaus war es der Freiwilligen Feuerwehr Wiefelstede vergönnt, im edlen Wettstreit der Feuerwehrn des Kreises Ammerland im Jahre 1949 und 1950 in der Gruppe LF 8 1 Sieger zu werden.

Ihre Leistungen aber wurden gekrönt durch die Erringung des 1 Sieges in derselben Gruppe im Landeswettkampf am 15.10.1950 in Oldenburg, wo das ehemalige Landesteil Oldenburg sie gegen Schärfste Konkurrenz der gesamten Freiwilligen Feuerwehren ihren Mann stehen mussten und gestanden haben. Der Wanderpokal des Präsidenten des Niedersächsischen Verwaltungsbezirks Oldenburg war die verdiente Anerkennung. 


Geleitet wurde die Einheit Wiefelstede bisher von den folgenden Ortsbrandmeistern : 

 

 

Johann Eilers  1922  1933 
Heinrich  Riemer  1933  1936 
Christel  Hienen  1936  1946 
 Gerhard Siemen  1946  1952 
Heinrich  Diers  1952  1972 
Heino  Siemen  1972  1990 
Helmut  Röhr  1990  1994 
Horst  Schröder  1995  2001 
Jan-Dieter  Siemen  2001  2013 
Dennis Koopmann 2013  heute

 

 Gemeindebrandmeister der Gemeinde Wiefelstede waren bisher:

Georg   Jürgens  1933  -  1936 
Heinrich  Riemer  1936  -  1968 
Günther   Gerdes  1968  -  1981 
Reinhard  Brunken  1981  -  1996 
Johann  Westendorf  1996  -  2003   
Johann  Klarmann  2003  -  2010
Heiko Bruns  2010  -  heute 



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